Heizhandschuhe im Test
(Neu: Dez. 2010, siehe Zusatz zur neuen Version „Pilot1“)
© 2010, www.thermikwetter.de
Wie schön, wenn der Schmerz nachlässt!
1. „Pilot1“ von www.Cumulus53.eu
Version 2009: Sehr hochwertig verarbeitet, sehr gutes Fingergefühl, „ganz gute“ Isolierung, sehr gut von außen bedienbarer 3 Stufen-Schalter, je Hand 2 sehr flache/leichte Akkus (je Hand 50g Akkugewicht).Gemessene Heizleistung der Version 2009: (bei Zimmertemperatur, in der Spitze des Mittelfingers, auf Seite des Heizelementes, Fingeroberseite): Auf Stufe 3: „Vollgas“ ist die Standartstufe, nicht nur bei Eiseskälte! Die Heizleistung erreichte dabei nach 5 Min. schon 39°C, nach 10 Min. 45°C, nach 15 Min. die maximale Temperatur von 47°-49°. Dieser Wert wurde 2,5 Stunden gehalten. Im Bereich ab 2,5 Std. Stunden verringerte sich der Wert linear und erreichte nach 3Stunden dann 46°C. Zur Schonung der Akkus wurde dann der Versuch abgebrochen. Stufe 2 „Halbgas“: Hier verringert sich die Heizleistung gegenüber Stufe 3 um 10°C , was bei kalten Bedingungen zu wenig Wärme bedeutet.
Die 2010er Version im Vergleich
- Schalter wurde auf den Handrücken verlegt, damit keine Probleme mehr beim Wickeln => Gut (die neuen, etwas dickeren Akkus incl. Schalter sitzen jetzt direkt hinter dem Handgelenk, man spürt sie nur etwas beim Anziehen der Handschuhe –ist aber ok Da die Stecker der neuen Akkus verändert wurden, ist ein Tuning der Vorjahresversion nicht ohne weiteres zu machen).
- Die getestete XL-Größe war innen spürbar größer, als die vergleichbare 2009er Version => Gut!
- Die Akkus haben anstatt 2200, jetzt 2600mA Leistung => Sehr gut!! Die Ausdauer ist wie bisher sehr gut: Auf Stufe 3 (Max) blieb die Temperatur die 1. Stunde bei 55°, die 2. Stunde bei 49° und die 3. Stunde im Bereich 48-45°. Danach habe ich den Versuch zur Akkuschonung abgebrochen.
- Die gemessene Heizleistung ist massiv besser! Der Handschuh wird jetzt quasi sofort nach dem Anschalten (Stufe3) warm und hält ein deutlich höheres Wärmeniveau!! Das ist eine massive Verbesserung zum Vorjahresmodell, das auch auf Stufe 3 nur zäh in die Pötte kam und auch nicht annähernd so warm wurde. Die Max-Temperatur lag bei 56,1°C, das sind 6-8 Grad höhere Werte als sie die Vorjahresversion erreichte!! Sehr gut, das ist auch gefühlt richtig warm! Auf Stufe2 werden 40-42°C erreicht.
- Die Lederverstärkungen im Bereich Innenhand fallen größer aus > Gut!
- Der Navi-Point an den Zeigefingern ist auch etwas größer und weicher geworden > Gut!
- Die versprochene bessere Atmungsaktivität (verändertes Innenmaterial) muss man während eines längeren Fluges testen, hier beim längeren Schneeschippen war am Innenklima nix zu meckern. Gefühlte Heizleistung (2009erVersion): Aus der Flugpraxis (-2 bis -6°C) kann man positives berichten, d.h. beim Fliegen im Bereich von 0 bis -2°C werden die Finger (auf Stufe 3) dauerhaft ausreichend warmgehalten (es passieren keine Wunder). Bei Temperaturen von -2 bis -6°C spürt man auf längeren Gleitstrecken (geöffnete Hände und Daumen am Tragegurt eingehakt) leichtes Auskühlen. Hat man die Finger dann beim Kurbeln wieder geballt, erholt sich der Wohlfühlfaktor wieder in den akzeptablen Bereich. Durch die geringe Atmungsaktivität werden die Handschuhe mit der Zeit innen feucht, was etwas Wärmeleistung kostet. Ein trocknen nach dem Flugtag ist Pflicht.
Fazit zur neuen 2010er Version: Durch die deutliche Überarbeitung der ersten Version (von 2009) ist eine massiv besseres Produkt entstanden. Besonders der Wärmegewinn ist beeindruckend und damit sehe ich die Pilot1-2010 jetzt als voll wintertauglich an! Einzig die etwas engen/kurzen Ärmelstulpen bleiben nun als kleiner Kritikpunkt übrig.
2. “Fingerheaters-Gen4“ von Warmthru: (Stand 12/2009)
Kurz und knapp finde ich, dass sie durch die dünne Eigenisolierung, das empfindliche Obermaterial, das schlechte Fingergefühl und die im Flug nicht bedienbaren Schalter wenig für Flieger geeignet sind. Positiv sind die langen Stulpen und die beidseitige Fingerwärmung auf ganzer Fingerlänge. Die Heizleistung habe ich nicht getestet wie ich sie als ungebraucht zurückschicken wollte. Akkugewicht (alle) 150g. Preis ca. 200,-€. Web: www.handschuhheizung.de/
3. Zanier: (Stand 12/2009)
Das Heizmodell Heat von Zanier habe ich nur übers Herstellerinformationen eingeschätzt. Sie haben aber in vielen Bereichen deutliche Ähnlichkeit mit denen von Cu53 (siehe u.a. Schalter am Handrücken, Akkutechnik, Stufenschaltung). Sie kamen nicht in meine engere Auswahl, da sich der Handrücken-Schalter nicht über dem Daumen, sondern an der Handkante befindet (befürchtete Probleme beim Wickeln). Web: www.zanier.com/handschuhe
4. Heatpacks (chemische-Einweg-Wärmepads)
Ansprechen möchte ich noch die Heatpacks, die man in die Handschuhe schieben (gute Wirkung) oder um den Griffsteg der Bremsgriffe tapen (mäßige Wirkung) kann. Sie sind sehr flach (5mm) und leicht (20g), sie liefern gute Wärme. Die Erwärmung entsteht durch die softe Reaktion von Luftsauerstoff mit dem Inhalt der Heatpacks (Eisenspäne, Wasser, Zellulose, Aktivkohle, Vermiculit, Kochsalsalz). Man nimmt die Pads aus der Verpackung und knetet sie kurz in der Hand durch, das reicht um die Wärmeproduktion über Stunden in Gang zu setzen. Nach dem Gebrauch sind sie im normalen Hausmüll zu entsorgen, da sie keine umweltschädigenden Substanzen enthalten. Gemessene Wärmeleistung ist in isolierter Umgebung (Handschuh, Tasche etc.) wie von Hersteller angegeben mit 50-68°C enorm - und vor allem über 4 Std. anhaltend (die Zehenwärmer etwas weniger, da kleiner)! D.h. Es kann punktuell schon mal richtig heiß auf blanker Haut werden, kleinere Brandblasen gab es schon! Bezug zB.: www.heatpaxx.de, www.heatpack.de , Preis pro Paar: ca. 1-2€
Mein Fazit
Ausbaufähige und billige Sache wenn man die Pads gut in seine Handschuhe bekommt. Der Wärmetransport von Handfläche / Handrücken zu den Fingerspitzen ist trotz der großen Hitzeentwicklung leider meist nicht ausreichend gegeben.

